Wie Schlüsselmitarbeiter Chancen nutzen können

Mitarbeiter werden von der Corona-Pandemie besonders beeinflusst. Arbeitsabläufe müssen spontan verändert werden, die Feedbackkultur leidet und wichtige Kontakte zu Kollegen reduzieren sich oder bleiben im Ernstfall ganz aus. Täglich treten Probleme auf, welche im sonstigen, regulären Arbeitsalltag überhaupt nicht auf die Bildfläche geraten. Verschiedene Rollen innerhalb des Unternehmens treffen dabei sehr unterschiedliche Herausforderungen. 

Schlüsselmitarbeiter als Experten ihres Fachgebietes kommen in Zeiten der Krise häufig nicht dazu, ihre Rolle als Gestalter, Innovatoren und Berater genau so auszufüllen, wie sie es sonst tun. Was Schlüsselmitarbeiter aus diesen Umständen mitnehmen sollten, erfahren Sie hier.

Was zeichnet Schlüsselmitarbeiter aus?

Schlüsselmitarbeiter sind treibende Kräfte eines Unternehmens. Ihr Fachwissen, ihre Erfahrung und ihre Fähigkeit, effizient zu analysieren und innovative Optimierungen herbeizuführen, zeichnet sie aus. Daher erbringen sie einen hohen Nutzen für ihren Arbeitgeber und schlussfolgern richtig, genau so wie sie falsche Handlungen erkennen und kritisieren können. Ihre Genauigkeit und ihre Zuverlässigkeit bei der Abarbeitung verschiedener Aufgaben wird von ihrer Führungskraft sowie ihren Kollegen geschätzt und sogar benötigt.

Führung: Schlüsselmitarbeiter binden und fördern

Es ist klar, welch relevante Rolle Schlüsselmitarbeiter daher innehaben und mit welcher Effizienz sie ihr Unternehmen vorantreiben. In der Pandemiesituation können die geregelten Abläufe solcher Schlüsselmitarbeiter nicht immer stattfinden. Der Drang, zu gestalten und innovativ zu handeln, kann durch die krisenbehaftete Zeit und den dementsprechenden Kampf um das Überleben des Unternehmens eingeschränkt werden. Der Verlust eines Schlüsselmitarbeiters oder dessen Demotivation kann jedoch schlimme Folgen haben. Expertenpositionen sind nicht einfach nachbesetzbar, und die langjährige Mitarbeitererfahrung kann nicht einfach durch andere Teammitglieder ersetzt werden. 

Um relevante Experten deshalb nicht zu vergraulen, sollten Führungskräfte diese also im Blick behalten, und sie mit Aufgaben betrauen, welche sie als Individuum sowie das Unternehmen im Gesamten voranbringen. Das Stichwort lautet: Skill Management. Schlüsselmitarbeiter arbeiten häufig am motiviertesten, sobald sie sich einbringen und ihre eigenen Fähigkeiten aktiv weiterentwickeln können und dürfen. Um Schlüsselmitarbeiter in Krisen besonders zu binden, sollten die Vorteile, welche die Krise im Nachhinein für sie hinterlässt, klar kommuniziert und hervorgehoben werden. Ihr Streben zur Weiterentwicklung kann in der Krise nämlich noch stärker gefördert werden – und sie für spätere Herausforderungen optimal wappnen.

Digitale Kommunikation einfordern

Telearbeit und Homeoffice sind zentrale Faktoren für das Überleben eines Unternehmens in der Pandemie. Doch nicht alle Aufgaben sind digital genauso gut erfüllbar wie im vertrauten und praktischen Büro. Besonders die Fähigkeit von Schlüsselmitarbeitern, zu analysieren und im Arbeitsalltag zu beraten, kann durch die ausgedünnte Kommunikation mit Arbeitskolleginnen und -kollegen beeinflusst sein. Schlüsselmitarbeiter sollten deshalb dazu angehalten werden, ihre Kommunikationsmethoden weiterzuentwickeln und stetig anzupassen, um auch in Krisenzeiten ihren hilfreichen Input erbringen zu können. Die folgenden Kommunikationstipps helfen Schlüsselmitarbeitern, ihren Kollegen trotz der Pandemie einen optimalen Mehrwert zu beschaffen und ihre Expertise weiterzugeben.

1. Kommunizieren Sie direkt und persönlich. Während im Mailverkehr oder bei der Kommunikation über Chatprogramme Missverständnisse entstehen können, können Rückfragen oder Unklarheiten bei einem kurzen Telefonat einfach aus dem Weg geräumt werden.

2. Halten Sie Ihre gewohnte Kommunikationsstruktur aufrecht. Verstehen Sie sich auch auf privater Ebene gut mit ihren Kolleginnen und Kollegen? Dann lassen Sie diese Beziehung nicht einschlafen. Bei einem Telefonat oder einer Videokonferenz kann auch kurz geplaudert werden. Hiermit schaffen Sie ein gutes Arbeitsklima und die gewohnte Teamdynamik wird nicht von der Einzelhaft im Homeoffice beeinflusst.

3. Schaffen Sie klare Verhältnisse. Legen Sie Zeiten fest, in welchen Sie jederzeit erreichbar sind, und kommunizieren Sie diese an alle Betroffenen. So scheut sich niemand davor, Kontakt aufzunehmen und Ihre Expertise kann in Anspruch genommen werden. Informieren Sie außerdem Ihre Führungskraft über Ihre Arbeit und halten Sie mit Erfolgen nicht hinterm Berg. Damit erzeugen Sie Transparenz und überzeugen Ihre Vorgesetzten auch ohne Präsenz von Ihrer wohlverdienten Rolle als Schlüsselmitarbeiter.

4. Beteiligen Sie sich! Genauso wie ein Schlüsselmitarbeiter in persönlichen Meetings häufig etwas konstruktives zum Thema beitragen kann, sollte dieser auch in virtuellen Meetings versuchen, das Gespräch voranzubringen. Sich dem Gespräch zu entziehen oder unaufmerksam zu werden schadet der eigenen Expertenrolle.

Diese Tipps können angesichts dessen, welche Rolle Telearbeit auch nach der Corona-Zeit einnehmen wird, dauerhaft relevant sein. Sie sind also dafür gedacht, in den Arbeitsalltag integriert und zur Gewohnheit zu werden.

Experten als Treiber in der Krise

Während Schlüsselmitarbeiter in jeder Unternehmenssituation für nachhaltige Optimierungen sorgen können, werden sie in einer Krise zu einer das Überleben sichernden Ressource. Schlüsselmitarbeiter sind nicht nur sehr gute Kollegen, sondern auch Leistungsträger und Motivatoren für ihre Mitstreiter. Sie ziehen mit ihrem Tatendrang mit und können damit maßgebliche Auswirkungen auf die Schaffenskraft des gesamten Teams herbeiführen. Deshalb sollten sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur mit ihrer Expertise, sondern auch als Unterstützer bei Seite stehen und diese in ihren täglichen Aufgaben unterstützen. 

Emotionale Stärke beweisen

In harten Zeiten können Schlüsselmitarbeiter also besonders ihre Soft Skills weiterentwickeln – und sich gegebenenfalls darüber klarwerden, ob sie sich in Zukunft mit einer Führungsrolle anfreunden könnten. Denn während einige Mitarbeiter geradezu nach Personalverantwortung streben, sind Schlüsselmitarbeiter mit ihrer Expertenrolle häufig sehr zufrieden und fühlen sich als Berater, Unterstützer und Innovatoren unterhalb der Führungskraft sehr wohl. Trotzdem können aus Experten sehr kompetente und erfolgreiche Führungskräfte werden, da sie mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung schnell in neue Situationen finden und Lösungen generieren. Sie können beweisen, inwiefern sie mit schwierigen Situationen umgehen und diese bewältigen können und damit emotionale Stärke zeigen. Wer also offen für neue Positionen ist, sollte nicht zögern, die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung in der Krise zu nutzen.

Innovationen entwickeln

Schlüsselmitarbeiter besitzen wichtiges Fachwissen, welches über das des regulären Mitarbeiters hinausgeht. Damit öffnen sich für sie in Krisenzeiten neue Türen. Während in vielen Unternehmen ansonsten Veränderungen mit einem kritischen Auge betrachtet und von Kolleginnen und Kollegen nicht immer positiv aufgenommen werden, sind sie jetzt absolut notwendig. Die Innovationskraft der Schlüsselmitarbeiter ist also gefragt, und sie bekommen die Chance, Ideen einzubringen und lange überfällige Optimierungen endlich durchzusetzen. Vielleicht kritisiert eine Führungskraft schon lange einen bestimmten Prozess, und ein Schlüsselmitarbeiter sieht eine digitalisierte Lösung – welche aufgrund der Technikverdrossenheit Anderer bislang nicht zum Zug kommen konnte. Die Zeit für solche Modernisierungen ist nun gekommen. Jedoch ist dies nicht nur die Chance, eine Idee in die Praxis umzusetzen, sondern auch die Chance, Kolleginnen und Kollegen von solchen Ideen zu begeistern. Damit kann auf Dauer eine neuartige Innovationsdynamik entstehen, welche die Ansätze von Schlüsselmitarbeitern immer öfter zum Einsatz kommen lässt.

Strukturiert zum Erfolg

Das Credo vieler Schlüsselmitarbeiter ist die strukturierte, rechtzeitige Abarbeitung von Aufgaben nach einem ausgeklügelten Schema. Dabei lassen sie sich nicht von Negativem beeinflussen und halten durch, auch wenn Rückschläge die Stimmung trüben. Diese Eigenschaften sind gerade in Krisenzeiten von relevanter Bedeutung. Während überforderte Mitarbeiter leicht in der Unsicherheit versumpfen, bleiben Schlüsselmitarbeiter am Ball und halten das Tagesgeschäft aufrecht. Schlüsselmitarbeiter sollten sich dieser Funktion deshalb jetzt besonders bewusst sein, denn sie machen sich nun absolut unerlässlich. Die Struktur ihrer Arbeit führt sie zu einem Erfolg, welcher vielen Beteiligten imponieren und ihnen zu einem positiven Stand im Team verhelfen kann. Was nach einem angeberischen Gehabe klingt, birgt Vorteile für das gesamte Arbeitsumfeld. Denn während Experten weiter ihrer Arbeit nachgehen und immer mehr Arbeitserfolge verbuchen können, werden andere von ihrer Vorgehensweise inspiriert. Damit entsteht eine Vorbildfunktion, welche registriert und genutzt werden kann, um die eigene Expertise später noch tiefgreifender einzubringen.

Denken und Handeln – schon heute!

Denken, handeln, beraten, erschaffen – Schlüsselmitarbeiter können aus der Corona-Pandemie viel lernen. Während ihre sonst schon unentbehrliche Funktion erhalten bleibt, kommen neue Aufgaben wie die digitale Kommunikation, das Treiben von Innovationen und das Beweisen von Durchhaltevermögen hinzu und geben dem Selbstoptimierungsdrang vieler Experten damit einen weiteren Vorschub. Mit Konsequenz und einem geschärften Blick auf diese Vorgänge kann viel erreicht werden. Zum Schluss heißt es deshalb: dranbleiben. Denken Sie weiter, und schaffen Sie eine optimale Atmosphäre für die Entwicklung Ihrer Schlüsselmitarbeiter – und damit Ihres gesamten Unternehmens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.