Warum diese beiden Themen untrennbar zusammengehören

Ein Team als eine Arbeitseinheit mit ähnlichen Interessen muss gemeinschaftlich funktionieren, um effektive und korrekte Arbeitsergebnisse zu erzielen. Dabei muss es auch Veränderungen überstehen, Teammitglieder gehen lassen und neue Mitglieder integrieren, und sich permanent verwandeln. Besonders in den Zeiten der Digitalisierung kommt neben der rein sozialen, zwischenmenschlichen Komponente innerhalb der Arbeitsfähigkeit eines Teams noch einiges mehr dazu, was den Teamalltag beeinflussen kann. Wir erklären, warum Teambuilding und Digitalisierung untrennbar zusammengehören, und was Sie tun können, um Ihr Team optimal in Ihre digitale Transformation einzubinden.

Team – Toll, ein anderer macht’s. Oder?

Im Gegensatz zur stigmatisierten, klischeehaften Vorstellung eines Teams aus unserer Zwischenüberschrift ist der Begriff Team tatsächlich etwas anders definiert. Ein Team besteht aus mindestens zwei Personen und besitzt eine bestimmte, zielorientierte Struktur sowie eine Teamidentität, in welcher die individuellen Identitäten der Teammitglieder ungestört existieren können. Das Team wird charakterisiert von seiner Fähigkeit, die Kenntnisse seiner Mitglieder zu bündeln und optimal einzusetzen, anstatt Einzelpersonen allein auf die Reise zu schicken. Im Optimalfall besteht ein Team aus fünf bis acht Personen. Bei dieser Anzahl kann empirisch festgestellt werden, dass alle Einzelpersonen untereinander effektiv kommunizieren, sich keine Grüppchen bilden und jeder die Möglichkeit hat, zu Wort zu kommen. Teammitglieder erhalten dadurch eine intrinsische Motivation, also die Motivation, ein Ziel aus eigenem Antrieb heraus zu erreichen – ohne dies zu „müssen“.

Doch genauso wie es diese Definition für ein funktionierendes Team gibt, bestehen bestimmte Merkmale, welche erfüllt werden müssen, um eine schlichte Gruppe an Menschen zu einem Team zu machen. Hierzu gehört der Fakt, dass Teammitglieder sich sehen und kommunizieren müssen, dass innerhalb des Teams eine gewisse Akzeptanz bestehen muss und dass die Aufgabenverteilung und die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen korrekt auf das Ziel des Teams abgestimmt sind.

Die zunehmende Digitalisierung, die Bildung von internationalen Teams und die allgemeine digitale Transformation erschweren jedoch diese Faktoren, welche als Grundlage für ein funktionierendes Team gelten. Auf die folgenden Aspekte des Teambuilding sollten Sie deshalb ein besonderes Auge haben.

Virtuelles Führen: Teambuilding ohne direkten Kontakt

Die Corona-Pandemie macht Home-Office zur unerlässlichen Arbeitsmethode. Doch in vielen Unternehmen ist Home-Office längst, auch unabhängig von einer globalen Pandemie, Realität: Teilzeitkräfte nutzen Home-Office, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, Unternehmen nutzen die Expertise von internationalen Experten für eine effektivere Zusammenarbeit und ein ortsunabhängiger Arbeitsalltag wird immer populärer. Dies alles wird angetrieben von der Digitalisierung, welche zunehmend auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen Einzug hält.

Teams stehen dadurch immer wieder vor neuen Herausforderungen, welche in der Digitalisierung begründet liegen.

Teams, welche dauerhaft lediglich digital zusammenarbeiten, kennen sich häufig nicht persönlich. Die Eigenarten der Teamkolleginnen und Kollegen, deren private Hintergründe und Interessen sowie deren Arbeitsweisen kommen dadurch viel weniger ans Tageslicht. Natürlich werden die Kollegen über aktuelle Projektstände informiert – doch zu einem persönlichen Plausch kommt es selten. Die Zusammenarbeit bleibt stets sowohl emotional als auch räumlich distanziert, es fehlt dauerhaft an Rücksicht und Empathie für die Bedürfnisse der anderen. Es ist deshalb empfehlenswert, auch bei einer dauerhaften Zusammenarbeit auf Distanz mindestens einmal den persönlichen Kontakt zu suchen. Das kann ein gemeinsames Teambuilding-Event mit Gruppenspielen, ein gemeinsames Abendessen oder auch ein Ausflug sein. So kann das Gegenüber auch Offline zum „richtigen“ Kollegen werden, und die Persönlichkeit jedes Einzelnen kann noch effektiver für das gemeinsame Ziel genutzt werden.

In virtuellen Teams besitzt ein individuelles Teammitglied die Freiheit, zu arbeiten, wann und wo es möchte. Was attraktiv klingt, klingt gleichzeitig nicht gerade nach einer effektiven Zusammenarbeit – denn sobald jeder nur dann erreichbar ist, wenn es ihm persönlich passt, verlängert sich die Kommunikationsspanne unendlich. Kurze Zurufe zum nächsten Schreibtisch sind praktisch nicht möglich. In vielen virtuellen Teams sind es einige Personen, welche zum Workaholic mutieren und immer und überall erreichbar sind, was sie auf die Dauer persönlich belastet. 

Empfehlenswert ist deshalb eine gemeinsame Routine, welche mit allen Teammitgliedern abgestimmt wird. Gibt es Zeiten, zu welchen alle gerne arbeiten? Welche Regeltermine sollten gesetzt und von allen wahrgenommen werden? Und wie werden persönliche Fehl- und Freizeiten kommuniziert und respektiert? Welche gemeinsamen Arbeitsplattformen können genutzt werden? 

Sind diese Verhältnisse klar geregelt, können persönliche Freiheiten und berufliche Verpflichtungen gekonnt vereint werden. Es entsteht eine verständnisvolle Arbeitsatmosphäre, welche die intrinsische Motivation jedes Einzelnen fördert.

Diversität im digitalen Team

Virtuelle Teams bestehen häufig aus jungen Menschen, welche innovative Medien gekonnt nutzen. Jedoch kommen mit der zunehmenden Digitalisierung immer mehr vermischte Teams vor, welche eine deutlich breitere Altersspanne abbilden. Fehlt das Verständnis füreinander im Team, kann dies zu Problemen führen – beispielsweise dann, wenn ein digitaler Nichtschwimmer Hilfe benötigt, oder Technologie-begeisterte Kolleginnen und Kollegen andere im Arbeitsalltag links liegen lassen. Es entsteht eine unausweichliche Schere, welche häufig mit dem Alter der Betroffenen zusammenhängt.

Besonders Führungskräfte stehen in der Verantwortung, diese Unterschiede zu beseitigen. Dies kann mit Hilfe von Weiterbildungen geschehen, jedoch sollten Teammitglieder auch in der Lage sein, voneinander und füreinander zu lernen. So schaffen Führungskräfte Vertrauen in sich und in Kolleginnen und Kollegen und ermöglichen eine konstruktive Problemlösungskompetenz ihrer Angestellten.

Feedbackkultur: Niemanden vergessen!

Die Digitalisierung schafft mehr Distanz – eine Distanz, welche dazu führen kann, dass manche Teammitglieder verstärkt vom Team abgehängt werden. Ihr Feedback wird nicht gehört, sie melden sich in Konferenzen selten zu Wort und geraten schnell in Vergessenheit. Führungskräfte sollten deshalb darauf achten, im Teambuilding gezielt auf das Thema Feedbackkultur einzugehen. Ein geschlossenes Feedback à la „Kummerkästchen“ gehört der Vergangenheit an, die digitalisierte Zukunft sollte einfacher und unkomplizierter funktionieren. Am Besten funktioniert dabei wohl die regelmäßige, persönliche Ansprache jedes Einzelnen – doch auch digitale Feedbacktools können für einen großen Mehrwert sorgen. Wichtig bleibt jedoch stets, niemanden zu vergessen – denn vor allem zurückhaltende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich eher persönlich aus der Reserve locken.

Teambuilding – nun wichtiger denn je!

Die Digitalisierung verändert Prozesse und ganze Unternehmen. Als Grundbaustein jedes erfolgreichen Unternehmens sollten dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nie außer Acht gelassen werden. Mit einem gezielten Teambuilding, welches sich an die neuen Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung anpasst, kann dies gelingen – und das eigene Team dauerhaft stärker, stabiler und erfolgreicher machen.

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