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Welche Perspektiven Sie jetzt im Auge behalten sollten

In der Corona-Krise werden Unternehmen sowohl finanziell als auch personell stark belastet. Die erste Amtshandlung ist daher meistens ein Notfall-Plan, welcher das Unternehmen möglichst optimal durch die Krise bringen soll. Aber was passiert danach? Welche Schritte helfen nach der Krise, wieder Fahrt aufzunehmen und den Erfolg wieder eintrudeln zu lassen? Wir erklären, mit welchen strategischen Maßnahmen Sie Ihre Unternehmensstrategie auf eine Zeit nach der Krise, also auf Post-Corona, ausrichten.

Die Phasen einer Unternehmenskrise

Eine Unternehmenskrise kommt nicht von ungefähr und durchläuft mehrere Phasen. Diese unterscheiden sich nach der Art der Probleme, welche intern auftreten, aber auch anhand der Maßnahmen, welche in den einzelnen Phasen getroffen werden sollten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Warnsignale, welche eine Krise ankündigen können. Dazu gehören sinkende Umsätze, schrumpfende Reserven, Kundenverluste und Beschwerden von der Kundenseite. Ist die Krise jedoch einmal eingetreten, durchläuft sie in den meisten Fällen die folgenden Phasen:

  • Strategische Krise: Eine strategische Krise zeichnet sich vor allem durch einen Rückgang der Marktanteile aus. Auslöser für eine strategische Krise sind häufig fehlende oder nicht ausreichende Investitionen, sowie eine Unternehmensstrategie, welche nicht zukunftsfähig genug ist, um dauerhaft Marktanteile zu halten oder neue zu erwirtschaften. Nicht immer durchläuft eine Krise im Unternehmen diese Phase. Die Phase der strategischen Krise ist häufig selbstverschuldet und kann die weiteren Phasen nach sich ziehen, tritt jedoch in einer Krise wie einer globalen Pandemie eher nicht auf, da sie eher schleppend verläuft und keinen konkreten zeitlichen Auslöser besitzt.
  • Ertragskrise: In dieser Krisenphase wird die Krise unvermeidlich ersichtlich. In der Ertragskrise, welche auch Erfolgskrise genannt wird, wird der Kundenstamm kleiner, Kunden wandern teilweise ab und die Umsätze sinken. Die Rücklagen werden langsam aufgelöst, das Unternehmen ist nicht mehr rentabel.
  • Liquiditätskrise: Die letzte der Krisenphasen ist die Liquiditätskrise. Liquiditätsengpässe und Probleme mit dem Kapital schränken den Handlungsspielraum ein und bleiben auch den Kunden und der Konkurrenz nicht verborgen. Immer höhere finanzielle Probleme schieben das Unternehmen immer tiefer in die Krise, wird jetzt nicht schleunigst gehandelt, droht die Insolvenz.

In der Krise richtig handeln

Natürlich sollte in einer Krise nie nur die spätere Erholung im Vordergrund stehen. Viel mehr müssen die aktuellen und zukünftigen Symptome der Krise, wie in den oben genannten Krisenphasen beschrieben, erkannt und rechtzeitig behandelt werden, um keine unwiederbringlich negative Situation eintreten zu lassen. Das richtige Krisenmanagement ist hierbei die halbe Miete!

Dabei muss, je nach Krisenphase, richtig und überlegt gehandelt werden. Bei einer strategischen Krise ist eine Neuausrichtung vonnöten, in der Erfolgskrise müssen Kosten eingespart und die Verkäufe angekurbelt werden. In der Liquiditätskrise sollte sich auf die kurzfristigen Liquiditätszuflüsse konzentriert werden. Die finanzielle Situation muss gesichert werden, bevor die Maßnahmen zur operativen Sicherstellung und der Neuausrichtung eingeleitet werden können.

Chance nutzen – Strategie sichern!

Auch wenn Krisen bedrohlich erscheinen, können sie erhebliche Chancen in sich tragen. Eine Krise ist der optimale Zeitpunkt, um das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen und die Zukunftsfähigkeit der eigenen Strategie zu überdenken. Jedoch ist es dabei von größter Relevanz, nicht überstürzt zu handeln – und das Unternehmen zuverlässig und sicher in Richtung einer neuen, besseren Zukunft zu lenken.

Strategien nach der Krise – so geht´s!

In und nach der Krise darf nicht verzweifelt werden. Gerade am Ende einer Krise sollten Sie stets darauf bedacht sein, Ihre strategische Ausrichtung konsequent zu verfolgen und sie mit Bedacht zu wählen. Nur so verhindern Sie, dass das Unternehmen am Ende einer Krise direkt in eine neue strategische Krise stürzt. Mit den folgenden Strategien helfen Sie Ihrem Unternehmen, wieder Fahrt aufzunehmen.

  • Sanieren und Renovieren. Um ein Unternehmen zukunftsfähig zu machen und zu verhindern, dass eine erneute Krise eintritt, sollten kontinuierliche Verbesserungen implementiert werden. Hierzu können Prozessoptimierungen, Kostensenkungen und allgemeine Effizienzsteigerungen gehören. Jede Maßnahme, welche einen Schritt innerhalb des Unternehmens wirtschaftlich zum Positiven verändert, gehört in eine Unternehmenssanierung – und macht Ihr Unternehmen damit fit für die Zukunft.
  • Die Finanzen im Blick behalten. Die dritte Phase der Unternehmenskrise, die Liquiditätskrise, ist die wohl verheerendste aller Phasen. Sie fordert dem Unternehmen und all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel ab und kann für die schlimmsten Folgen sorgen. Dementsprechend sollten die Finanzen besonders bearbeitet werden, sobald es an eine neue strategische Anpassung geht. Um die eigenen Finanzen besser im Blick zu haben, bietet es sich an, die interne Finanzbuchhaltung sowie das Controlling (sofern vorhanden) zu optimieren. Eine effektive Anpassung von Kostenzielen und Commitments kann dafür sorgen, dass dauerhaft mehr Liquidität angehäuft und Kapital aufgebaut werden kann, sodass ein Puffer für schlechte Zeiten entsteht. Dieser kann Sie in einer Erfolgs- oder Liquiditätskrise retten – auch wenn wir nicht hoffen wollen, dass es soweit kommt.
  • Die Meinung Anderer einholen. Der Erfolg eines Unternehmens hängt massiv von den Kunden ab – und davon, was diese über das Unternehmen, sein Produkt oder seine Dienstleistung denken. Ein negatives Image kann nämlich ebenso zu einer mächtigen Krise führen, wie eine globale Pandemie. Befragen Sie Ihre Kunden zu Ihren Leistungen und versuchen Sie, bei allen zukünftigen Optimierungen auf diese einzugehen – so schaffen Sie es, Stammkunden zu halten, Bestandskunden zu Stammkunden zu machen und Neukunden anzuwerben.
  • Einen Notfall-Plan festlegen. Haben Sie einmal eine Krise durchgemacht? Dann kennen Sie die Herausforderungen bereits, und wissen, welche Maßnahmen in einen Notfall-Plan gehören. Sind Sie jedoch noch kein erfahrener Krisenmanager, sollten auch Sie sich mit dem Notfall-Plan auseinandersetzen. Ein gut durchdachter Notfall-Plan sorgt dafür, dass bei Krisensymptomen sofort gehandelt werden kann, und klar ist, welche Maßnahmen in welchem Fall eingeleitet werden müssen. 
  • Rechtzeitig gewappnet sein. Ein Unternehmen, welches negative Veränderungen und Symptome einer Krise frühzeitig erkennt, kann besser gewappnet sein und den Notfall-Plan rechtzeitig zum Greifen bringen. Zu Möglichkeiten für solch ein Frühwarnsystem gehören regelmäßige Reportings und interne Auswertungen sowie klare Vergleiche von Plan- und Ist-Daten.
  • Hilfe in Anspruch nehmen. Eine strategische Neuausrichtung oder eine Krisenstrategie kann nicht von jedem Unternehmen ohne Weiteres gestemmt werden. In solch einem Fall können Unternehmensberater helfen, welche Sie bei der Sanierung Ihres Unternehmens unterstützen können. Wer sich fragt, ob Ausgaben für einen Unternehmensberater in der Krise rentabel oder eher zu teuer sind, sollte sich unseren Artikel zu diesem Thema ansehen.
  • Das Stichwort: Digitalisierung. Home-Office und Telearbeit haben uns in der Corona-Krise gezeigt, wie wichtig es plötzlich werden kann, digitalisierte Formen des Arbeitens zu nutzen. Deshalb sollten nicht nur Großkonzerne, sondern vor allem kleine und mittelständische Unternehmen die Digitalisierung nach der Krise fest in ihre Strategie implementieren – und damit einen Schritt in die Richtung einer innovativen und dauerhaften Unternehmensstrategie gehen.

Strategisch durchstarten – auch nach der Krise.

Die Strategie ist sowohl in als auch nach der Krise das A und O und bestimmt, welches Unternehmen am Markt bleibt und welches in weiteren Krisen versinkt. Sorgen Sie deshalb vor und nutzen Sie die Chance der Krise, um nachzudenken und mit frischem Wind in eine neue Ära zu starten!