Genauso wie beinahe alles im Leben hat auch die Digitalisierung positive sowie auch extreme negative Aspekte – auch wenn die Digitalisierung heute einen der essentiellen Treiber der Wirtschaft darstellt. In reichlichen Blogposts haben wir uns bereits ausführlich mit den Vorzügen der Digitalisierung beschäftigt. Um dir einen umfassenden Einblick zu bieten, stellen wir heute die Nachteile der Digitalisierung anhand einiger Fallbeispiele dar. Genau diese Aspekte werden dir dabei helfen Fehler zu vermeiden und dein Unternehmen durch Digitalisierung nicht in den Ruin zu treiben.

Digitalisierung negative Aspekte Datenraub vs. Sicherheit

Digitalisierung vs. Sicherheit

Fallbeispiel 1

Ein Unternehmen hat seine Prozesse digitalisiert und hält die Daten seiner Kunden nun in digitaler Form fest. Diese Form der Datenhaltung vereinfacht den Prozess der Datenpflege und ermöglicht es vielen Unternehmensmitgliedern, schnell und unkompliziert Daten einzusehen. Da die digitalisierte Form dieser Daten jedoch noch sehr jung ist, ist der Schutz der Daten noch nicht durchgehend gewährleistet. Ein Hacker schafft es, die Daten aus dem Unternehmenssystem abzurufen und verkauft sie zu Werbezwecken an andere Unternehmen.

Anhand dieses Fallbeispiels wollen wir die Relevanz der Datensicherheit im Rahmen der Digitalisierung betonen. Geht es um Geld oder persönliche und damit vertrauliche Daten, werden Daten zu einem absoluten Wertprodukt, welches vielen Dritten nutzen kann. Um zu verhindern, dass diese Dritte Unfug mit unternehmensinternen Informationen treiben, ist ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept notwendig. Dieses ist jedoch wesentlich komplexer als das Konzept in Zeiten, in denen Daten noch in Form von Akten abgelegt wurden. Während früher ein einigermaßen erschwinglicher Tresor ausreichte, muss nun in kompetente Fachkräfte investiert werden, welche die Datensicherheit mithilfe gezielter Vorsichtsmaßnahmen sicherstellen. 

Zu solchen Maßnahmen gehören

Diese Maßnahmen sind extrem vielfältig und können ungeahnte Ausmaße annehmen. Natürlich erfordern sie auch einen erhöhten Kostenaufwand und, bei einem Defekt, eventuell sogar rechtliche Konsequenzen. Mit Daten-Delikten ist nicht zu spaßen. Seien Sie sich also stets darüber bewusst, welche Datenverantwortung Sie tragen – und denken Sie im Rahmen der Digitalisierung Ihres Unternehmens auch über ein geeignetes Konzept zur Datensicherheit nach.

Digitalisierung vs. Gesundheit

Fallbeispiel 2

Ein Handelsunternehmen hat von der Bestellung per Katalog und Telefon oder Bestellschein auf die Online-Bestellung umgestellt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nun Bestellungen auch aus dem Home Office bearbeiten und an die Lageristen in der Lagerhaltung weitergeben sowie den Prozess der Rechnungsstellung regeln. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen diese Möglichkeit regelmäßig und kommen nur noch zu bestimmten Anlässen, wie beispielsweise wichtigen Besprechungen, ins Büro. Dadurch bewegen die Arbeitskräfte sich weniger, haben weniger direkten Kontakt zueinander, müssen keine Unterlagen in Papierform mehr verwalten und sitzen dadurch den ganzen Tag am Computer.

Nachweislich kann die Digitalisierung sich auf die Augengesundheit auswirken. Was in früheren Zeiten noch hieß: „Schau nicht so viel fern, davon bekommst du viereckige Augen!“, ist kein Ammenmärchen, sondern weitestgehend richtig. Natürlich verändert das Auge nicht seine Form, doch dennoch kann die Fähigkeit des Auges, in die Ferne zu sehen, sich durch die Bildschirmnutzung verschlechtern. Ein weiterer gesundheitlicher Punkt im Zusammenhang mit dem Bildschirm ist das Licht, welchem der Mensch dadurch den ganzen Tag ausgesetzt wird. Bläuliche, kurzwellige Lichtquellen wie Laptops oder Smartphones können dafür sorgen, dass der Körper seine Melatoninproduktion herunterfährt und wir schlechter schlafen. Vor dem Schlafengehen sollten wir deshalb stets auf Bildschirme verzichten.

Ein digitalisiertes Arbeiten, ob im Home Office oder im Büro, löst außerdem häufig aus, dass wir extrem viel sitzen und uns weniger bewegen. Das kann nicht nur zu Rückenproblemen, sondern auch zu erhöhter Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, Verspannungen oder anderweitigen Beschwerden führen. Zu guter Letzt wirkt auch die verminderte soziale, direkte Kommunikation bei digitalen Arbeitsformen sich auf Dauer auf den Menschen aus. Digitale Kommunikation kann niemals eine direkte Kommunikation ersetzen. So werden bei der digitalen Kommunikation häufig Eindrücke verzerrt, die eigene Selbstwahrnehmung leidet darunter und die soziale Aktivität und Kompatibilität verschlechtert sich.

Digitalisierung vs. Innenstadt

Fallbeispiel 3

Eine Dame besitzt eine kleine Modeboutique in einer Innenstadt. Ihr Geschäftsmodell basiert auf dem direkten Kontakt zu Kundinnen und Kunden und der persönlichen Beratung. Bei der Boutique handelt es sich um ein Ein-Mann-Unternehmen, Lager, Vertrieb und Rechnungsführung werden von der Besitzerin selbst betrieben. Durch den verstärkten Trend zum Online-Shopping erhält die Besitzerin jedoch immer weniger Kunden und kann den Laden kaum mehr rentabel betreiben.

Das E-Commerce boomt, Online-Shopping wird aufgrund der zunehmenden Digitalisierung immer unkomplizierter. Selbst der Lebensmitteleinkauf kann mittlerweile einfach von zu Hause aus erledigt werden. Was für Kunden einen massiven Zuwachs der Bequemlichkeit sowie einen steigenden Konsum bedeutet, lässt gleichzeitig die Innenstädte aussterben. Der stationäre Handel wird zur Seltenheit und das Gesicht der Innenstädte, besonders in kleineren Städten und Gemeinden, leidet. Damit gehen auch viele soziale Treffpunkte und Begegnungsstätten auf Dauer verloren. Ein weiterer entschiedener Nachteil der Digitalisierung, welcher das Leben nachhaltig prägen kann – besonders für Menschen, welche den nicht-digitalisierten Handel bevorzugen, schwinden auf Dauer die Möglichkeiten.

Digitalisierung vs. Ungleichheit

Fallbeispiel 4

In modern ausgestatteten Schulen wird PowerPoint für den Unterricht verwendet, beinahe jedes Kind besitzt ein Smartphone und auch für die Hausaufgaben wird in den meisten Fällen ein Internetzugang benötigt. Lukas Eltern sind nicht wohlhabend und können sich kein eigenes, internetfähiges Endgerät für ihn leisten. Dementsprechend ist seine digitale Kompetenz nicht so hoch, wie die seiner Mitschülerinnen und Mitschüler. Lukas besitzt weniger Möglichkeiten, auf der Welle der Digitalisierung mit zu schwimmen, kann teilweise seine Hausaufgaben nicht ganz erledigen und hat in der Schule mehr Probleme, mitzukommen.

Die Digitalisierung fördert die soziale Ungleichheit. Wer mit der Zeit gehen möchte, benötigt das neueste Equipment und muss sich damit beschäftigen. In vielen Fällen hängt auch die spätere Berufswahl davon ab, wie sehr man sich in seiner Jugend bereits mit digitalen Methoden auseinandergesetzt hat. Wer die Chance auf einen sozialen Aufstieg haben möchte, muss auf der digitalen Welle mitschwimmen.

Auch im Bereich der Berufe, welche durch die Digitalisierung ständig neu entstehen, besteht eine gewisse Schere zwischen wohlhabenden und weniger wohlhabenden Arbeitnehmern. Auf der einen Seite bringt die Digitalisierung Informatiker, Administratoren, Programmierer oder Gründer hervor. Auf der anderen Seite wird sie jedoch auch von Logistikmitarbeitern im Amazon-Versandhaus und Foodora-Fahrern mitgetragen. Diese sehr unterschiedlichen, jedoch alle in der Digitalisierung begründeten Berufsfelder befinden sich an den entgegengesetzten Bereichen auf der Skala der möglichen Einkommen als Arbeitnehmer. Somit spaltet die Digitalisierung die Gesellschaft wie kein anderes Phänomen der letzten Jahre.

Vorteile vs. Nachteile – was überwiegt?

In unseren Negativen Aspekten der Digitalisierung wird deutlich, welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen die Digitalisierung mit sich bringt. Als Berater für Unternehmen sehen wir jedoch die entscheidenden Vorteile der erhöhten Effizienz und Produktivität und der optimierten Prozesse – also die Aspekte der Digitalisierung, welche einem Unternehmen zu nachhaltigem Erfolg verhelfen können. Trotzdem sehen wir die vorliegenden Probleme, und versuchen auch in Zukunft weiterhin, zu verhindern, dass die Digitalisierung relevante Lebensaspekte verdrängt. Mit einer nachhaltig durchgeführten Strategie können nämlich genau diese negativen Aspekte kontrolliert werden, sodass die Digitalisierung zu einem Vorteil für jedermann wird.

Um nochmal tiefer in die Thematik einzudringen, wird an dieser Stelle auf das folgende Video verwiesen.

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