Das Krisen-Mindset

In Krisen-Zeiten läuft nicht alles perfekt. Unternehmen stoßen auf riesige Herausforderungen, und auch der private Alltag der Menschen verwandelt sich in eine ernüchternde Realität. Wer jetzt motiviert bleibt, also das richtige Mindset besitzt, kann viel bewirken – doch wie sieht dieses Mindset aus? Wir erklären, wie Sie als Unternehmer/in oder Mitarbeiter/in mit dem Köpfchen bei der Sache bleiben, und damit dauerhafte Vorteile aus der Krise ziehen.

Mindset – was ist das?

Der Begriff Mindset kann für Vieles stehen. Übersetzt man ihn ins Deutsche, trifft man auf Begriffe wie Mentalität, Orientierung, Lebensphilosophie, Weltanschauung, Denkweise oder Einstellung. Gerade im professionellen Kontext trifft es die Einstellung wohl am besten. Diese wird geprägt von unseren Erfahrungen, unserer Erinnerung und unseren Gefühlen, welche wir in speziellen Situationen erlebt haben. Je nach der eigenen Erfahrung kann das Mindset also positiv oder negativ beeinflusst sein, was uns selbstbewusst oder selbstzweifelnd, motiviert oder ängstlich gegenüber bestimmten Situationen machen kann. Das Mindset funktioniert also wie ein Filter – wer ein negatives Mindset besitzt, sieht die Vorkommnisse häufiger negativ, während ein positives Mindset zu einem optimistischeren Verhalten führen kann.

Klar ist damit, dass das Mindset unser Verhalten im Beruf fördert oder sogar einschränkt – und gerade in Zeiten der Krise für große Probleme sorgen kann. Denn unser Mindset bestimmt, wie leicht es uns fällt, über uns selbst hinauszuwachsen, oder wie sehr wir uns selbst einschränken. Eine Krise erfordert jedoch das eigene Wachstum, die Bereitschaft, Neues zu lernen und Neues zu tun, und sich damit weiterzuentwickeln. Man mag also sagen, das Mindset trennt in gewisser Weise die Spreu vom Weizen. Jedoch ist kein Mindset dauerhaft, einmal kreiert und nicht mehr veränderbar. Es kann sich entwickeln, aufblühen und die zugehörige Person erfolgreicher und selbstsicherer machen. Der zentrale Stichpunkt hierfür ist die Dynamik.

Starres oder dynamisches Mindset?

Allgemein ist das Mindset in zwei Kategorien einzuteilen: das starre und das dynamische Mindset.

Vermeiden Sie Herausforderungen, weil Sie Niederlagen befürchten? Versuchen sie, Niederlagen eher zu verbergen? Sind Sie sicher, nur in einem bestimmten Bereich begabt zu sein? Dann verfügen Sie über ein starres Mindset.

Sind Sie jedoch wissbegierig, versuchen, eigene Fehler als Chancen zu sehen, lieben Sie Herausforderungen und arbeiten Sie an Ihren Schwächen, dann besitzen Sie wohl ein dynamisches Mindset. Damit besitzen Sie eine wesentlich höhere Frustrationstoleranz, und geben auch bei Niederlagen nicht so schnell auf. Dies kann allgemein nützlich sein, doch besonders in schweren Zeiten sind Personen mit dynamischem Mindset nützliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie möchten sich nicht unterkriegen lassen und kämpfen, auch wenn es ihnen viel abverlangt.

Für Führungskräfte ist dieses Wissen von zentraler Relevanz. Erkennen Sie starre Mindsets unter Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, können diese von Ihnen positiv beeinflusst werden. Studien zeigen, dass nicht das Lob für eine erfolgreich vollendete Arbeit, sondern besonders das Lob für die Anstrengung dabei das Mindset zum Positiven verändert. Die betroffenen Personen lernen damit, nicht nur das Ergebnis als Erfolg oder Fehlschlag zu bewerten, sondern auch den Weg dorthin – ein zentraler Erfolgsfaktor in Krisenzeiten, in denen nicht jede Handlung erfolgreich enden kann.

Nach der Krise ist vor der Krise! Optimieren Sie jetzt Ihr Mindset.

Krisen kommen meistens relativ unerwartet. Nach Jahren der wirtschaftlichen Blüte traf die Corona-Krise die deutschen Unternehmen unvorbereitet, und Ernüchterung machte sich breit. Bereits nach wenigen Monaten war nicht mehr klar, wann sich die wirtschaftliche Situation wieder nachhaltig erholen würde. Genauso ist nicht klar, wann anschließend eine erneute Krise eintreten wird – die Zeiten für Unternehmen sind unsicher.

Dementsprechend lautet das Motto: Zuversicht bewahren. Mit dem richtigen Mindset kann die Krise überwunden werden, doch nicht immer fällt es leicht, aus schweren Zeiten die richtigen Schlüsse zu ziehen. Mit den folgenden Tipps schaffen Sie es, auch sich selbst ein krisensicheres Mindset zu erarbeiten.

1. Bedacht handeln.

Gerade in schweren Zeiten dürfen Entscheidungen nicht aus einer Laune heraus getroffen werden. Sobald Panik, Stress und Angst auftritt, werden die eigenen Entscheidungen wirr, und können möglicherweise zu fatalen Fehlern führen. Deshalb ist es jetzt zentral, ruhig zu bleiben, und mit Bedacht zu entscheiden. Sind Sie selbst mit sich im Reinen, handeln Sie auch im Unternehmen so und können Ihre Entscheidungen später mit gutem Gewissen begründen. Nehmen Sie sich also Auszeiten, um Ihre innere Ruhe wiederzufinden und diese anwenden zu lernen. Gehen Sie spazieren, treiben Sie Sport oder beschäftigen Sie sich mit sich selbst. Fragen Sie sich, wie die Zukunft aussehen soll – und handeln Sie dementsprechend.

2. Chancen erkennen.

Sobald die schlechten Nachrichten am laufenden Band herein flattern und langsam aber sicher Unruhe in den Reihen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbricht, sollten Sie sich sammeln, um die relevanten Faktoren zu analysieren, die es nun zu beachten gibt.

Hierzu können Chancen gehören, jedoch auch Schwächen, die jetzt für Probleme sorgen können. Das Mindset, die Krise für sich zu nutzen, sorgt nun dafür, dass Sie motiviert bleiben und sich Ihrer Möglichkeiten bewusst sind. Denken Sie beispielsweise an die Digitalisierung: die Corona-Krise ist die perfekte Situation, digitale Konzepte zum Projektmanagement einzuführen, die digitalen Kenntnisse der Kolleginnen und Kollegen zu fördern und in virtuelle Marketing-Strategien einzusteigen. Diese Chancen zu erkennen und auch dementsprechend zu kommunizieren sorgt dafür, dass alle Beteiligten das Positive an der Krise erkennen lernen, und sich nicht nur von negativen Faktoren beeinflussen lassen.

3. Nicht nur ans Geschäftliche denken.

Natürlich steht es in der Krise an der Tagesordnung, für sein Unternehmen oder seinen Job zu kämpfen. Doch die Corona-Krise muss nicht immer nur ein Kampf um das wirtschaftliche Überleben sein. Genauso gut kann die Krise als eine Auszeit interpretiert werden. Weniger gesellschaftlicher Druck, dafür mehr Zeit für die Familie oder den Partner – oder einfach mehr Zeit für sich. Zeit, sich selbst kennen zu lernen und die eigene Zukunft neu auszuloten, Wünsche zu formulieren und die ersten Schritte in die richtige Richtung zu tun. Auch diese Seiten hat eine Krise wie diese, in der wir gezwungen sind, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Nicht immer ist uns solch eine Auszeit recht, vielleicht kommt sie auch vollkommen ungelegen, doch wir alle müssen sie überstehen – und genau deshalb sollten wir sie nutzen.

4. Agil bleiben.

Auf der Ebene der Methoden zeichnet sich ab, dass klassische Vorgehensweisen, beispielsweise im Projektmanagement, in unsicheren Zeiten unzureichende Ergebnisse erzielen. Agile Herangehensweisen mit flexiblen und effizienten Prozessen sind als nun der Schlüssel zum Erfolg. Diese müssen jedoch genauso mit dem passenden Mindset verknüpft werden, denn solange klassische Strukturen in den Köpfen der Menschen fest bestehen, wird kein Unternehmen agil. Motivieren Sie sich und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deshalb, neu zu denken, schnell zu reagieren und flexibel zu kommunizieren. So erreichen Sie auch in schweren Zeiten eine maximale Wertschöpfung, können schnell auf Veränderungen reagieren und verbessern Ihre Prozesse kontinuierlich und effektiv.

New Mindset – New Results!

Unser Mindset kann in Zeiten der Krise also über Erfolge und Fehlschläge bestimmen. Lernen Sie deshalb, an sich und Ihrem Mindset zu arbeiten, und verlassen Sie die Krise stärker, als Sie sie betreten haben!

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