Richtige Skalierung führt zu mehr Umsatz

Das kontinuierliche Wachstum eines Unternehmens ist in der heutigen Zeit unabdingbar, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Möchten Sie als Geschäftsführer/in das Wachstum Ihres Unternehmens vorantreiben, überlegen Sie wahrscheinlich, welche Maßnahmen Sie dazu ergreifen können.
Ihnen stehen viele Stellschrauben zur Verfügung, jedoch eignet sich nicht jede Methode gleich gut für jedes Unternehmen.
In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Unterschiede zwischen horizontaler und vertikaler Skalierung näher bringen und wie Sie diese Skalierungsmöglichkeiten für Ihr Unternehmen nutzen können.

Horizontale Skalierung

Wenn Sie Ihr Unternehmen horizontal skalieren, erschließen Sie neue Märkte oder positionieren sich in neuen Geschäftsfeldern. Die horizontale Skalierung bedeutet also eine Erweiterung Ihrer bisherigen Angebotspalette, sodass Sie mit Produkten oder Dienstleistungen breiter aufgestellt sind, und Sie dadurch beispielsweise neue Zielgruppen ansprechen oder in bisher unbekannten Branchen versuchen, sich zu etablieren.
Ein klassisches Beispiel für die horizontale Skalierung ist ein Franchise-Unternehmen, das mit einer Filiale an einem einzigen Standort anfängt, und dann sukzessive weitere Filialen an anderen Standorten eröffnet.

Die Vorteile der horizontalen Skalierung sind, dass das Betreten neuer Märkte und Branchen höchst lukrativ sein kann, und ein Unternehmen dadurch langfristig seinen Umsatz steigert, wenn es sich gegen die Konkurrenz behaupten kann.
Und diese besagte Konkurrenz ist zugleich der Nachteil der horizontalen Skalierung. Betreten Sie einen neuen Markt, sind Sie dort höchstwahrscheinlich nicht allein vertreten. Die Konkurrenz, die sich in diesem Bereich schon einen Namen gemacht und einen festen Kundenstamm aufgebaut hat, hat es zunächst leichter.
Sie müssen den Kunden daher einen echten Mehrwert bieten, um sie von Ihnen zu überzeugen und von der Konkurrenz wegzulocken. Das ist oft keine leichte Aufgabe, vor allem, wenn Sie in dem neuen Markt noch keiner kennt, aber diese Anstrengung zahlt sich oft aus.

Vertikale Skalierung

Skalieren Sie Ihr Unternehmen vertikal, investieren Sie in die Skalierung Ihrer bereits bestehenden Produkte oder Dienstleistungen, für die Sie sich schon am Markt etabliert haben.
Das bedeutet, dass Sie bei dieser Skalierungsstrategie beispielsweise Ihre Produkte mit zusätzlichen Features ausstatten, oder neue Produkte bzw. Dienstleistungen hinzufügen, die sich mit denen aus Ihrem bisherigen Portfolio ergänzen.
Ein Beispiel für vertikale Skalierung ist das iPhone. Dieses stattete Apple mit jeder neuen Generation mit zusätzlichen Features und Funktionen aus, und schaffte so einen Mehrwert, der bei den Kunden auf großen Anklang stieß und das Produkt so erfolgreich machte.

Die Vorteile der vertikalen Skalierung sind, dass man tiefer in die Märkte, auf denen man bereits aktiv ist, eindringt. Auf diese Weise macht man sich als eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich einen Namen. Das schafft Vertrauen, sowohl bei der bisherigen als auch der zukünftigen Kundschaft.
Damit ist die vertikale Skalierung die beliebtere Strategie, wenn es um das Unternehmenswachstum geht.
Doch sie hat auch Nachteile. Die Weiterentwicklung von Produkten oder das Verfeinern von Dienstleistungen ist kostspielig und erfordert entsprechend Personal. Mitarbeiter sind dann gebunden, entweder in der Entwicklung oder bei Fortbildungen, und stehen nicht für die Entwicklung neuer Produkte zur Verfügung.

Horizontale vs. Vertikale Skalierung – was kommt für mein Unternehmen in Frage?

Vorab sei gesagt, dass eine horizontale Skalierungsstrategie eine vertikale nicht ausschließt – und andersherum.
Viele große Unternehmen bedienen sich beider Varianten. Zum Beispiel Apple: Das iPhone wird stetig weiterentwickelt (vertikale Skalierung). Das hat das Unternehmen im Lauf der Zeit jedoch nicht davon abgehalten, auch andere Produkte auf den Markt zu bringen (horizontale Skalierung), z.B. das iPad, und eigene Dienste zum Bezahlen oder Musik streamen.
Für kleinere Unternehmen ist das Skalieren in beide Richtungen zum selben Zeitpunkt oft nicht möglich, da das Personal dazu fehlt und es riskant ist, zu viel auf einmal machen zu wollen.
KMU tun also gut daran, sich zunächst für eine der beiden Strategien zu entscheiden.

1. Ohne Innovation keine Skalierung

Am Beispiel von Apple sieht man eines schon ganz deutlich: Am Anfang einer erfolgreichen Skalierung (ganz gleich ob horizontal oder vertikal) steht immer die Innovation.
Ist ein Unternehmen nicht bereit, in neue Technologien, Prozesse oder Konzepte zu investieren, erübrigt sich die Frage nach der Skalierung, denn sie ist in diesem Fall schlichtweg nicht möglich.
Sie können Ihr Unternehmen nur skalieren, wenn Sie neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten, bzw. die bisherigen so weiterentwickeln, dass sie damit neue Zielgruppen ansprechen bzw. sich in neuen Märkten positionieren können.

2. Potenzial identifizieren

Dieser Schritt ist der Wichtigste, denn hier stellen Sie die Weichen für die Zukunft.
Schauen Sie sich an, wo die Stärken Ihres Unternehmens liegen. Welche Produkte laufen gut? Welche haben das Potenzial durch eine Weiterentwicklung den Umsatz noch weiter zu steigern? Können Sie durch das Erweitern Ihrer Dienstleistungen oder Produkte neue Zielgruppen ansprechen? Können Sie eine Ihrer Technologien in einem neuen Produkt anwenden, und so in einen neuen Markt einsteigen?

Das sind nur einige Fragen, die Sie sich stellen können. Je nachdem, was Ihr Unternehmen produziert oder anbietet, gibt es möglicherweise noch andere wichtige Fragen, die für Ihr Unternehmen relevant sind.

3. Risiken abschätzen

Allein auf den Auswertungen, wie groß Ihr Potenzial sein könnte, sollten Sie die Entscheidung für die Skalierung nicht treffen. Möglicherweise ist auch nicht der richtige Zeitpunkt, um überhaupt zu skalieren.
Die vorangegangene Marktanalyse sollte Ihnen einen Überblick gegeben haben, wie groß Ihre Chancen in welchen Märkten sind, und was Sie dort an Umsatz erwarten können.
Rechnen Sie diese Erwartungen gegen das Szenario, dass Sie Ihr Unternehmen nicht skalieren, und schauen Sie sich die Differenz an. Lohnt sich eine Skalierung? Mit welchen Risiken geht das Umsetzen der Skalierungsstrategie einher? Benötigen Sie mehr Personal, mehr Equipment, neue Software? Müssen Sie Geschäftsprozesse oder Produktionsabläufe ändern?

Möglicherweise ist für Ihr Unternehmen noch nicht der richtige Zeitpunkt, eine Skalierung durchzuführen.
Den Zeitpunkt zu kennen, zu dem man nicht skaliert, ist nämlich genauso wichtig, wie den richtigen Zeitpunkt zu kennen, denn das kann Sie vor Fehlinvestitionen schützen und Sie möglicherweise sogar davor bewahren, Ihr Unternehmen in finanzielle Schieflage zu bringen. Zu frühe Skalierung ist schon einigen Unternehmen zum Verhängnis geworden.

Falls Sie Schwierigkeiten haben, das Potenzial und die Risiken für Ihr Unternehmen realistisch einzuschätzen, ziehen Sie die Konsultation einer Unternehmensberatung in Betracht. Die Experten dort analysieren das Potenzial Ihres Unternehmens und können Ihnen eine maßgeschneiderte Skalierungsstrategie liefern.
Das erleichtert Ihnen unter Umständen die Entscheidungsfindung erheblich und bewahrt Sie vor groben Fehlern.

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